• Mario

LIEDER AUS EINER ANDEREN WELT


Hier liegt es also. Blank. Oder sagen wir leicht bekleidet. Denn so sollte es klingen. Und manchmal sogar nackt – wenn nur noch die Stimme und Klavier übrig bleibt. Nicht perfekt durcharrangiert, sondern irgendwie unfertig sollte es rüber kommen. Grob. Skizzenhaft. Ob das gelungen ist, sollen andere beurteilen.

Das ist kein Corona-Album. Und auch kein ein Friedens-Album. Leider. Ich wünschte es wär so. Aber hier ticken die Uhren eben etwas anders. Als diese 12 Songs entstanden, war die Welt noch eine andere. Corona war ein Bier und Wolodymyr Selenskyj ein Komiker. Und der Klimawandel war für den amerikanischen Präsident einfach nur schönes Wetter.

Warum ich das schreibe? Vielleicht als Entschuldigung dafür, dass sich auf diesem Album das meiste wieder mal nur um meinen eigenen kleinen Kosmos dreht: Erinnerungen an eine Dorfjugend, eine Jahrzehnte überspannende (fingierte) Familiengeschichte, das Überleben zwischen Regalen voller Schund. Und schließlich der tröstende Ausblick auf das Chaiselongue im Altersheim.

Apropos Altersheim: Ich hab ausgerechnet, dass es noch etwa 9 Alben sind bis dahin. Denn wie sich langsam abzeichnet, liegt der Turnus vom einen zum nächsten BONGEN’S-Album bei ziemlich genau vier Jahren. Wenn man bedenkt: Zwischen dem ersten und dem letzten der 13 Beatles-Alben langen gerade mal sieben Jahre. Aber andererseits: „Chinese Democracy“ von Guns’n’Roses brauchte satte 11 Jahre bis zur Veröffentlichung. Ich denke das passt schon so.

Jedenfalls war die Entstehung von »Blank« eine spannende, steinige, glückselige Reise. Und wenn ich nochmal darüber nachdenke; aus heutiger Sicht wirkt „Wenn ich wieder zu mir komm“ wie der Soundtrack zum Post-Corona-Erwachen. „Gegen das Nichts“ könnte einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Und ein Stück Apokalypse gibt es in „Es zieht ein Sturm auf“ auch. Schräge Zeiten sind das. In dem Sinne: Macht euch schick, das Ende naht.

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